Fast jedes Bad, das ich kenne, ist irgendwann mal weiß gestrichen worden und dann nie wieder. Man zieht ein, findet die Fliesen okay, und Farbe an der Wand steht einfach nie ganz oben auf der Liste. Dabei ist genau das oft der Unterschied zwischen einem Bad, das nach Krankenhaus aussieht, und einem, in dem man morgens tatsächlich gern steht.
Klar, ein Badezimmer hat seine Tücken. Feuchtigkeit, oft kein Fenster, meistens auch nicht viel Platz zum Ausprobieren. Trotzdem gibt es genug Farben, die in echten Bädern gut funktionieren – ich hab hier mal zehn zusammengetragen, die immer wieder auftauchen, wenn man sich durch Bad-Inspiration wühlt.
1. Salbeigrün
Fängt man an, sich für Badfarben zu interessieren, stolpert man ziemlich schnell über Salbeigrün. Aus gutem Grund, ehrlich gesagt – die Farbe wirkt ruhig, erinnert ein bisschen an Spa, und passt eigentlich zu allem, ob Holz, Marmor-Optik oder ganz schlichtem Weiß.
Am meisten bringt es an einer einzelnen Wand, zum Beispiel hinter dem Waschbecken, statt im ganzen Raum. Mit hellen Fliesen und einer Pflanze dazu hat man schon fast dieses Hotel-Gefühl, ohne dass man dafür viel investieren muss. Wer sich nicht traut, gleich zu streichen, fängt einfach mit ein paar Handtüchern in dem Ton an und schaut, ob’s einem gefällt.
2. Terracotta
Weiße oder graue Fliesen wirken schnell kalt, vor allem wenn das Bad sowieso schon wenig Licht abbekommt. Terracotta gleicht das ziemlich gut aus – solange man’s nicht übertreibt, sonst landet man optisch irgendwo in den Siebzigern.
Eine Wand reicht meistens, dazu vielleicht neutrale Handtücher und ein Spiegel mit Holzrahmen. Besonders gut funktioniert das in Bädern, die sowieso schon Naturmaterialien haben. Und für Nordbäder ohne viel Sonne ist Terracotta eigentlich fast ein Geheimtipp, weil es die fehlende Wärme irgendwie mit reinbringt.
Mehr Lesen : Top Badezimmer Ideen
3. Dunkelblau
Klingt erstmal nach schlechter Idee für einen kleinen Raum. Ist es aber nicht zwangsläufig – wenn genug Licht da ist, wirkt ein tiefes Marineblau im Bad fast schon elegant, fast wie in einem guten Hotel.
Am besten macht man das dann konsequent, also nicht nur eine Wand, sondern den ganzen Raum, kombiniert mit goldenen oder messingfarbenen Armaturen. Große Spiegel helfen, damit es trotz der dunklen Farbe nicht zu eng wird. Wer sich nicht direkt an die volle Dosis rantraut, fängt mit dem Waschtisch-Unterschrank an.
4. Zartes Rosa
Rosa im Bad – erstmal denkt man vielleicht an Kitsch. Aber in einem gedeckten, eher staubigen Ton sieht das plötzlich ziemlich erwachsen aus, vor allem zusammen mit schwarzen Armaturen oder dunklen Fugen.
Gerade kleine Gäste-WCs eignen sich gut dafür, weil man da sowieso mutiger sein kann als im großen Familienbad. Nur eins: nicht zu süß wählen. Etwas Grau oder Beige im Unterton, dann bleibt es warm, ohne dass es nach Kinderzimmer aussieht.
Mehr Lesen : Kleine Badezimmer Ideen
5. Anthrazit
Wer’s reduziert mag, kommt an Anthrazit eigentlich nicht vorbei. Wirkt sofort hochwertig, passt zu fast jedem Fliesenton, egal ob Weiß, Beige oder Holzoptik – und man kann kaum was falsch machen dabei.
Meistens reicht eine Wand, zum Beispiel in der Dusche, kombiniert mit viel Weiß drumherum. In kleinen Bädern würde ich’s aber nicht übertreiben, sonst wirkt’s schnell noch enger. Und eine gute Beleuchtung ist bei dieser Farbe fast wichtiger als sonst irgendwo.
6. Pastellgelb
In fensterlosen Bädern, oder solchen mit wenig Tageslicht, bringt ein sanftes Gelb überraschend viel. Nicht das grelle Zitronengelb natürlich, sondern eher was Richtung Vanille, leicht gebrochen.
Passt gut zu weißen Fliesen und ein bisschen Holz, zum Beispiel einem Regal. Eine Pflanze dazu, und der Look ist rund. Ich finde, beim Zähneputzen morgens macht das tatsächlich einen Unterschied, ob die Wand kalt-weiß oder warm-gelb ist.
Mehr Lesen : badezimmer fliesen ideen
7. Zweifarbig, horizontal geteilt
Man muss sich nicht für eine Farbe entscheiden. Unten kräftiger, oben schlicht weiß – dieser Trick taucht ständig in Altbau-Bädern auf, und optisch macht das echt was her.
Die Trennlinie sitzt meistens auf Fliesenhöhe oder ein Stück drüber, kommt ein bisschen auf die Deckenhöhe an. Gut geeignet, wenn man Farbe will, aber nicht den ganzen Raum davon erschlagen lassen möchte. Bei niedrigen Decken hilft die helle obere Hälfte sogar noch, dass der Raum höher wirkt.
8. Olivgrün
Olivgrün ist gerade überall, nicht nur im Wohnzimmer. Im Bad wirkt der erdige Unterton weniger kühl als klassisches Mintgrün, und passt gut zu Messing oder Holz.
Zusammen mit cremefarbenen Fliesen und dunkleren Accessoires sieht das schnell nach mehr aus, als es tatsächlich gekostet hat. Wer unsicher ist, fängt mit einem Duschvorhang an statt gleich der Wand. Wirkt fast wie Spa-Hotel, kostet aber nicht annähernd so viel.
9. Beige und Sandtöne
Wer nichts riskieren will, aber trotzdem weg von reinem Weiß, landet fast immer bei Beige oder Sand. Diese Farben altern gut – man sieht sie in fünf Jahren noch genauso gern wie jetzt, was man von manchen Trendfarben nicht behaupten kann.
Mit Rattan-Körben oder einem Holzhocker dazu entsteht schnell dieses ruhige, natürliche Gefühl. Für Mietwohnungen ist das übrigens die sicherste Wahl, weil beim Auszug niemand die Augen verdreht. Unauffällig, aber trotzdem deutlich wärmer als reines Weiß.
10. Nur ein Farbakzent
Man muss nicht das ganze Bad umkrempeln. Manchmal reicht ein einziges Teil in kräftiger Farbe – der Waschtisch-Unterschrank, der Spiegelrahmen, ein Duschvorhang – und der Raum wirkt gleich anders.
Gerade für Mieter, die weder Fliesen tauschen noch streichen dürfen, ist das eigentlich die einzige Option. Ein farbiger Wäschekorb oder ein paar auffällige Handtücher machen erstaunlich viel aus. Am Ende bleibt einem sowieso eher das eine auffällige Teil im Kopf als eine komplett einfarbige Wand.